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Georges Simenon

Lüttichs Atmosphäre durchströmt seine Romane

Georges Simenon gilt als großer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der Schöpfer von Kommissar Maigret stammt aus Lüttich. Und die Atmosphäre seiner Geburtsstadt durchströmt die meisten von Simenons Romanen.

 

Gerorges Simenon wird offiziell am 12. Februar 1903 in der Rue Léopold 24 in Lüttich geboren. Offiziell, weil er angeblich am 13. Februar kurz nach Mitternacht geboren wurde. Seine abergläubische Mutter soll das Datum geändert haben. Jedenfalls erblickt Georges Simenon einen Katzensprung von der Place Saint-Lambert entfernt das Licht der Welt.

 

Schon mit zwölf Jahren, als Schüler des Collège Saint-Servais in der Rue Saint-Gilles, steht für Georges Simenon fest, dass er Romane schreiben will. Den Anfang macht er später als Journalist bei der Gazette de Liège, wo er Kolumnen schreibt. Simenon ist ein enorm produktiver Autor, der es auf 193 Romane, 158 Novellen und mehrere Autobiografien bringt. Außerdem schreibt er zahlreiche Werke unter 27 verschiedenen Pseudonymen.

 

Um die Ecke der Place Saint-Lambert, hinter dem Rathaus („La Violette“), befindet sich die Statue von Simenon. Er sitzt auf einer Bank, die Pfeife im Mund, und lädt Passanten ein, sich einen Moment zu ihm zu setzen. Ein Stück weiter auf dem Rundgang, an der Place du Marché, steht der Name Arnold Maigret auf einer Gedenktafel für die Kriegsteilnehmer 1914-18. Der Pariser Kommissar Maigret (1931) ist zwar die berühmteste Figur des Lütticher Schriftstellers und die Romane spielen überall in der Welt – aber Simenon lässt sich in seinem Werk häufig von seiner Geburtsstadt inspirieren. Und Kommissar Maigret selbst hat einige Gemeinsamkeiten mit dem Autor: Er raucht Pfeife, schätzt gutes Essen und ist einem Gläschen im Bistro nie abgeneigt...

 

Überquert man die Maas auf dem Pont des Arches, gelangt man zur Kirche Saint-Pholien in Outremeuse. „Der Gehängte von Saint-Pholien“ dürfte eines der bekanntesten Bücher von Georges Simenon sein. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit von 1922, über die Simenon in der Gazette de Liège schrieb. Auch „Maigret und der Spion“ und „Die Verbrechen meiner Freunde“ sind „Lütticher“ Werke.

 

Das „Republik Outremeuse“ genannte Lütticher Viertel gedenkt Georges Simenon am ausführlichsten. Von der Büste des Autors an der Place du Congrès über die heutige Rue Georges Simenon bis zur Place de l'Yser, wo die nach ihm benannte Jugendherberge liegt. Hier schaute der kleine Georges seinem Vater jeden zweiten Sonntag bei den Übungen der Zivilgarde zu. Während des Kriegsdienstes verschlug es den Milizionär Simenon nicht weit: Er war in der Kaserne am Boulevard de la Constitution stationiert. Und mit seinen Künstlerfreunden traf er sich im „La Caque“ in der Impasse de la Houpe nahe dem Maasufer und dem Quai des Tanneurs.

 

Den Uferstraßen folgend, kommt man zum Quai de Gaulle, der zu Simenons Zeit noch Quai des Pêcheurs hieß. Dort lag Simenons Jacht „L'Ostrogoth“. An Bord dieser Jacht soll Simenon seinen ersten Maigret geschrieben haben. Am Ende des Quai de Gaulle überquert man die Passerelle, um Outremeuse zu verlassen. Diese Fußgängerbrücke hat Simenon sicherlich häufig benutzt, ganz wie die Lütticher heute. Der Weg führt nun zur Stiftskirche Saint-Denis, wo die Familie Simenon die „vornehme“ Messe um halb elf zu besuchen pflegte.