Unsere Website für
Ihr Land
FacebookTwitterYoutubepinterestRss

Jacques Brel

Auf den Spuren des berühmten Musikers in Brüssel

 

In der Brüsseler Avenue du Diamant 138 steht auf einer Gedenktafel: „Hier wurde Jacques Brel (1929–1978) geboren. Er besang das flache Flandernland, die Alten, die Zärtlichkeit, den Tod. Aufrecht hat er sein Leben gelebt, und der Poet lebt immer noch.“

 

Jacques Romain Georges Brel ist in Schaerbeek geboren, in der Avenue du Diamant. Er blieb allerdings nicht lange dort, denn die Familie zog mehrmals um: nach Woluwe, in die Brüsseler Innenstadt, nach Jette. Und nach Anderlecht, wo die Endstation der Tram 33 aus dem Chanson „Madeleine“ am Square Henri Rey lag, 40 Meter vom Haus der Brels entfernt. Die Tram 33 existiert nicht mehr – aber ihre Cousins sind im Tram-Museum zu sehen.

 

Jacques Brels Vater stammt aus Zandvoorde. Er arbeitet lange im Kongo, bevor er Lisette Van Adorp heiratet, eine lebhafte und liebenswerte Brüsselerin. Jacques Brels großer Bruder Pierre wird 1923 geboren. Die Familie besitzt in Belgien die Kartonagenfabrik Vanneste & Brel in der Rue Verheyden. Dort beginnt Jacques im Vertrieb zu arbeiten. Aber das Büroleben gefällt ihm genauso wenig wie die Schule (er besucht von 1941 bis 1946 das Institut Saint-Louis in der Rue du Marais). Jacques liebt das Theater und verbringt seine Zeit damit, Chansons zu schreiben.

 

Bei einem Treffen der Jugendbewegung Franche Cordée im Chalet d'Alsace trifft Jacques Brel seine zukünftige Frau Miche. Dort singt Jacques auch zum ersten Mal „öffentlich“ – vor seinen Freunden. 1950 heiratet er Miche (Thérèse Michielsen) in der Kirche „Divin-Enfant-Jésus“ in der Avenue Houba de Strooper. Die standesamtliche Trauung findet im Rathaus von Laeken an der Place Boeckstael statt. Das Paar wohnt in Molenbeek Saint Jean und bekommt drei Töchter: Chantal (1951-1999), France (1953) und Isabelle (1958).

 

Mit Brel durch Brüssel

 

In Brüssel besucht Jacques Brel gerne das „Ancienne Belgique“, wo er 1955 seinen ersten Auftritt hat und 1965 seinen letzten. Er wird im Palais des Beaux-Arts eine Abschiedsgala geben und seine Musical-Oper „Der Mann von La Mancha“ im Théâtre Royal de la Monnaie aufführen. Was die Stammkneipen angeht: Jacques trinkt gerne ein Glas im „Mort Subite“ oder in der „Taverne du Passage in den Galeries de la Reine.

 

Nach einem schwierigen Start in Paris tritt Jacques Brel überall auf der Welt auf. Seinen Lebensabend verbringt er ab 1978 auf der Marquesas-Insel Hiva Oa, wie einst schon Paul Gauguin.

 

2011 gründen France Brel und ihre Mutter Miche eine Stiftung und einen Verlag, die Jacques Brel gewidmet sind. Die Büros liegen an der Place de la Vieille Halle aux Blés in der Brüsseler Innenstadt. Die Jacques Brel-Stiftung verwaltet das Erbe des Künstlers und macht der Öffentlichkeit zahlreiche Dokumente zugänglich. Zusammen mit Originaltönen bereichern diese die Audioguide-Führung durch Brüssel „J'aime l'accent bruxellois“.

 

Zahlreiche Orte in Brüssel erinnern an den Künstler und tragen seinen Namen. Etwa eine Metro-Station, eine Jugendherberge, eine Allee im Park von Wolvendael, eine Schule in Jette, ein Auditorium auf dem Campus des CERIA, eine Avenue in Woluwe-Saint-Lambert. Nicht zu vergessen den Square Henri Rey, die einstige Endstation der Tram 33, wo der Text des Chansons „Madeleine“ in Stein gemeißelt ist.