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UNESCO-Welterbe in der Wallonie und Brüssel

 

Eine Reihe von Bauwerken in der Wallonie und Brüssel gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Belfriede in der Wallonie - hohe, schlanke Glockentürme im gotischen Stil - und die Grand' Place in Brüssel, die durch das barocke Rathaus und die geschlossene gotische Fassadenfront besticht, stehen dadurch unter besonderem Schutz. Dazu gesellen sich noch die immateriellen Kulturgüter; die Volksfeste in Binche, Mons und Ath und neuerdings auch die traditionellen Märsche von Entre-Sambre-et-Meuse. 

Vier ehemalige Kohleminenanlagen der Wallonie wurden 2012 ebenfalls als Weltkulturerbe bei der UNESCO gelistet.

 

Neu: Die Märsche von Entre-Sambre-et-Meuse sind immaterielles Kulturerbe der Menschheit

 

Anfang Dezember 2012 wurden die Märsche der Region Entre-Sambre-et-Meuse zum Kulturerbe der Menschheit ernannt.

In der Region zwischen den Flüssen Sambre und Maas finden jährlich von Mai bis Oktober zahlreiche Folkloremärsche statt. Diese sollen die Heiligen der örtlichen Kirchen ehren.

Für die Prozessionen tragen die Dorfbewohner einheitliche Militäruniformen und gehen geschlossen durch die Ortschaften. Sie werden von traditioneller Musik begleitet. Die UNESCO ehrte die religiösen Märsche, da sie die Integration verstärken, verschiedene Kulturen zusammenbringen und sozialen Zusammenhalt zeigen.

 

Vier Zechen sind UNESCO-Weltkulturerbe

 

Im Juli 2012 hat das UNESCO-Komitee die vier historischen Zechen Grand Hornu, Bois-du-Luc, Bois du Cazier und Blegny-Mine in seine Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.



© OPT / Alessandra. Petrosino

 

In der wallonischen Region gab es einst Hunderte Kohleminen. Das Kohlevorkommen in der Region war enorm, so spielte die Wallonie eine wichtige Rolle zur Zeit der Industrialisierung. Auch die Eisenverarbeitung war ein bedeutendes Gewerbe in der Wallonie und einer der Faktoren für die Industrialisierung. Die erste Dampfmaschine des Kontinents wurde 1720 gar in Lüttich aufgestellt und diente dazu das Grubenwasser in einer Kohlemine zu heben.

 

Spannende Einblicke in die Welt des Bergbaus

 

Die vier Minen, die nun zusammen ein UNESCO-Weltkulturerbe bilden, befinden sich in den Provinzen Hennegau und Lüttich. Sie sind architektonisch und infrastrukturell noch heute bestens erhalten. Die belgischen Minen zählten zu den ersten und größten im Zeitalter der Industrialisierung. Im Ensemble bezeugen sie technische, städtische und soziale Innovationen der industriellen Revolution.

Für Besucher gibt es vielfältige Angebote.

  • In Blegny (Provinz Lüttich) hat man als Besucher die Möglichkeit mit einem Förderkorb bis zu 60 Meter hinab in einen Schacht zu fahren, wo man originale Abbaumaschinen vorfindet. So bekommt man einen Einblick in das Leben der Kumpel unter Tage, die auch „Les Gueules Noires“ (die schwarzen Gesichter) genannt werden.

 

  • Grand Hornu (Provinz Hennegau), zwischen 1810 und 1830 errichtet, ist ein Beispiel funktioneller Städteplanung - einzigartig auf dem europäischen Kontinent zu Zeiten der industriellen Revolution. Heute werden Führungen und Audio-Guides in vier Sprachen (auch deutsch) angeboten.

 

  • In Bois-du-Luc (Provinz Hennegau) befindet sich eine der ältesten europäischen Kohleminen, die Zeche St. Emanuel. Ihre Entstehung wird auf Ende des 17. Jahrhunderts datiert. Das Ecomuseum Bois-du-Luc bietet vielfältige Einblicke in alle Bereiche des Bergbaus und des Lebens als Kumpel.
     
  • Le Bois du Cazier (Provinz Hennegau) bietet ein Industrie- und ein Glas-Museum, ist vor allem aber auch Gedenkstätte. Am 8. August 1956 kamen 262 Bergleute zwölf verschiedener Nationalitäten bei einem Feuer in der Mine ums Leben.

 

UNESCO Weltkulturerbe in der Wallonie und Brüssel


Doch es gibt noch viel mehr UNESCO-Weltkulturerbe in der Wallonie und Brüssel zu entdecken, die UNESCO unterscheidet dabei zwischen materiellem und immateriellem Kulturerbe.

Materielles Kulturgut kann verschiedenster Art sein. Die Minen stellen ein besonderes Erbe der industriellen Revolution dar, jedoch gibt es in Brüssel und in der Wallonie noch viele weitere UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, die unter anderem außerordentliche Werke der Kunst- und Architekturgeschichte verkörpern.

Kulturelle Vielfalt spiegelt sich aber auch in lebendigen Ausdrucksformen wider, so können Tänze, Sprachen, Musik und Theater von ebenso bedeutendem kulturellen Wert sein und die Erhaltung dieser immateriellen Kulturgüter unbedingt notwendig.

 


© OPT / J.P. Rémy

 

Das UNESCO-Weltkulturerbe der Wallonie

 

 

Das UNESCO-Weltkulturerbe von Brüssel

 

 

 

Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit in der Wallonie

 

Zu den immateriellen Kulturgütern auf der UNESCO Liste zählen der Karneval von Binche, die beiden Volksfeste Ducasse (oder auch "Doudou") von Mons und Ducasse von Ath und die traditionellen Märsche von Entre-Sambre-et-Meuse.

Der Karneval von Binche kann auf eine lange Tradition zurückblicken, der erste Umzug fand bereits Ende des 14. Jahrhunderts statt.

Die Ducasse ist ein ebenso traditionelles Stadtfest, das zum ersten Mal bereits im Mittelalter stattfand. Heute ist es ein mehrtägiges Fest, das jährlich gegen Ende August zelebriert wird. Unter dem Namen "Prozessionen der Riesen und Drachen aus Belgien und Frankreich" sind die Feste von Mons und Ath im Ensemble mit gleichartigen Festen im Norden Frankreichs und Flandern seit 2005 auf der Liste der UNESCO. Das Fest hat seinen Urpsrung in kirchlichen Prozessionen, also in feierlichen Umzügen von Geistlichen und Gemeinde, wobei die Riesenfiguren heute einen wichtigen Teil der Tradition darstellen.


© News Agency-Wu Wei Xinhua

 

Darüber hinaus ist das Das Mundaneum - Archiv-, Dokumentations- und Ausstellungszentrum (MONS) seit Mai 2014 als UNESCO-Dokumentenerbe „Gedächtnis der Menschheit“ vertreten. Damit würdigt die UNESCO die herausragende Bedeutung des Archivs, das 1895 gegründet wurde und unzählige Dokumente aus allen Wissensgebieten und Epochen umfasst. Daher gab das französische Magazin „Le Monde“ dem Mundaneum den Spitznamen „Google in Papierform“.